Manövrierbarkeit grosser Charterboote

Erfahrungen, Fragen und Diskussionen zu unterschiedlichen Bootstypen oder Veranstalter sowie Informationen von Bootsvermieter

Manövrierbarkeit grosser Charterboote

Beitragvon narva am Mo Sep 08, 2008 10:19 am

Hallo Zusammen

habe dieses Wochenende in Saint Jean de Losne(unsere Penichette liegt dort am Verkaufsanleger und da H2O am Wochenede kaum oder kein Personal dort hat, sitzen wir Eigner die Ihr Boot verkaufen wollen oft am Wochenende dort um es Leuten zeigen zu können oder auch eine Probefahrt mit ihnen zu machen) am H2Oanleger Charterkunden dabei beobachtet wie sie mit einem grossen Boot der Crown Blue Line versucht haben in einen Anlegeplatz zu kommen (neues Modell also Bugstrahler vorhanden) leichter Wind... sie brauchten geschlagene 20 Minuten ... da sie auch immer wieder falsch angefangen haben. Wer hat schon selber Erfahrungen mit solchen Booten gemacht und habt Ihr Schwierigkeiten gehabt? Liegt es ewt auch an mangelder Instruktion? Sie hatten auch keine Ahnung wie man das Boot belegt(am Steg vertäut). Würde mich sehr interessieren wie es Euch ergeht....

Gruss Narva
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Re: Manövrierbarkeit grosser Charterboote

Beitragvon Jörg Dankert am Di Sep 30, 2008 11:56 am

Hallo Narva,

das Manövrieren großer Boote ist vom Prinzip her nicht schwieriger, wie das Manövrieren kleinerer Boote.
Beeinflußt werden kann dieses natürlich durch Wind und Strömung, dadurch das man bei der Einweisung nicht aufgepasst hat, es sich nicht erklären ließ bzw. überhaupt die Vorstellung, was bei einem An- oder Ablegemannöver überhaupt passiert.
Bei sämtlichen Manövern sollte man sich schon vorstellen können, wie steht denn jetzt überhaupt mein Ruderblatt unter Wasser und wie wird mein Boot reagieren.
Das Wichtigste ist: beim Rudereinschlag reagiert immer das Heck und nicht der Bug, wie z.B. beim Auto, wenn ich das Lenkrad einschlage. Daher auch an den Anlegern, Schleuseneinfahrten und -ausfahrten die viele Farbe an den Wänden :idea:

Jeder Charterkunde hat bei der Einweisung das Recht auf eine Probefahrt und kann sich natürlich auch das Belegen einer Klampe zeigen lassen, dieses wird gerade in Frankreich nicht immer automatisch gemacht. Auch Inhaber von Sportbootführerscheinen, die Jahre nicht gefahren sind, haben dann Probleme auf Anhieb den halben Schlag auf der Klampe zu machen.

Du selbst hast gesehen, das auch ein Bugstrahlruder nicht immer die Lösung ist. Bei den Kunden, die Du gesehen, hast, scheint es wirklich die mangelnde Vorstellungskraft gewesen zu sein und scheinbar hat der Kapitän seine Crew nicht richtig im Griff gehabt, denn mit dem Vorschiff kommt man immer an Land und kann das Boot dort fest machen und wenn man dann nur noch das Ruder auf die richtige Seite dreht und den Vorwärtsgang einkuppelt,ohne viel Gas zu geben, dann kommt das Boot mit dem Heck auch an die Hafenmauer bzw. dem Steg.

Wie schon anfangs erwähnt spielt der Wind auch eine große Rolle. Gerade in Mecklenburg auf den Großseen (Plauer See, Kölpinsee und Müritz) sollte man daher schon den Wetterbericht verfolgen und bei Starkwindwarnungen eher den Hafen aufsuchen.

Man kann mit jedem der Hausboote ganz leicht geradeaus fahren, das kann auch bereits mein 3 jähriger Sohn. Das "Problem" sind immer die Manöver und da spielt es keine Rolle, ob das Boot 8 m oder 15 m lang ist.
Und wie Du selbst gesehen hast, sind auch die Leute in St. Jean de Losne ans Ufer gekommen.
Wichtig: In der Ruhe liegt die Kraft ! Wenn man es beim ersten mal nicht schafft, dann macht man es eben nochmals. Schließlich ist man doch im Urlaub und soll die Langsamkeit des Hausbootfahrens genießen.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

Herzlichst Jörg
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Re: Manövrierbarkeit grosser Charterboote

Beitragvon NEREIDE am So Dez 14, 2008 4:20 pm

Hallo Narva,

ich habe früher viele Jahre als Student und Schüler erst als Aushilfs Hafenmeister gearbeitet und dann bei einer großen Yachtvercharterung. Dort habe ich von den normalen Übergaben bis zu den Charterschein (führerscheinfrei) Übergaben alles gemacht. Im Angebot waren Schiffe von 9 - 14m.
Meine Erfahrung haben gezeigt, dass eigentlich 90% aller Gäste mit mehr oder weniger großen Aufwand bei der Einweisung es geschafft haben einigermaßen vernünftig anzulegen auch in enge Parklücken.
Allerdings habe ich auch oft von Kollegen erfahren, dass die eigentlich vorgeschriebenen 3h bei einer Charterschein Einweisung nie und nimmer einzuhalten sind.
Ich bin der festen Überzeugung, dass man mit einer vernünftigen Einweisung viele der von Dir genannten Situation vermeiden könnte. Allerdings wird es natürlich immer noch einen kleinen Anteil geben, die vollkommen talentfrei sind. Dies denke ich, ist aber eher die Aussnahme.

seit diesem Jahr bin ich selbst Eigner eines Charterbootes auf der Mecklenburgischen Seenplatte, welches ich von der Firma betreuen lasse bei der ich früher schon gearbeitet habe. Dort bin ich mir sicher, dass sich ausreichend Zeit für die Einweisung genommen wir. Dies hat nämlich gleich zweierleich Vorteil. Zum einen wird mein Schiff geschont. Nur einmal auf Grund gelaufen :-( Zum zweiten sind meine Gäste wesentlich entspannter und zufriedener.

Also wie schon gesagt, nicht die Größe ist relevant sonden zu 95% die Qualität der Einweisung.

Beste Grüße
Norman
----------------------------------------
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Re: Manövrierbarkeit grosser Charterboote

Beitragvon Curlew2 am Sa Nov 29, 2014 4:28 pm

Liebe Leser,
ich bin sogar der Meinung, dass ein großes Boot wesentlich besser zu handeln ist als ein kleines.
Wenn man die Regeln der Seemannschaft beherrscht und weiß wie das Boot zu reagieren hat, kann man mit der Maschine und dem Steuer eigentlich alles machen. Selbst ein BSR ist nicht unbedingt notwendig.
Gruß und Handbreit
Ich kaufe alle meine maritimen Bücher und Karten bei HanseNautic.de
Besonders die Kapitäns Handbücher sind sehr brauchbar
Curlew2
 
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Re: Manövrierbarkeit grosser Charterboote

Beitragvon Curlew2 am Sa Nov 29, 2014 4:36 pm

NEREIDE hat geschrieben:Hallo Narva,

ich habe früher viele Jahre als Student und Schüler erst als Aushilfs Hafenmeister gearbeitet und dann bei einer großen Yachtvercharterung. Dort habe ich von den normalen Übergaben bis zu den Charterschein (führerscheinfrei) Übergaben alles gemacht. Im Angebot waren Schiffe von 9 - 14m.
Meine Erfahrung haben gezeigt, dass eigentlich 90% aller Gäste mit mehr oder weniger großen Aufwand bei der Einweisung es geschafft haben einigermaßen vernünftig anzulegen auch in enge Parklücken.
Allerdings habe ich auch oft von Kollegen erfahren, dass die eigentlich vorgeschriebenen 3h bei einer Charterschein Einweisung nie und nimmer einzuhalten sind.
Ich bin der festen Überzeugung, dass man mit einer vernünftigen Einweisung viele der von Dir genannten Situation vermeiden könnte. Allerdings wird es natürlich immer noch einen kleinen Anteil geben, die vollkommen talentfrei sind. Dies denke ich, ist aber eher die Aussnahme.

seit diesem Jahr bin ich selbst Eigner eines Charterbootes auf der Mecklenburgischen Seenplatte, welches ich von der Firma betreuen lasse bei der ich früher schon gearbeitet habe. Dort bin ich mir sicher, dass sich ausreichend Zeit für die Einweisung genommen wir. Dies hat nämlich gleich zweierleich Vorteil. Zum einen wird mein Schiff geschont. Nur einmal auf Grund gelaufen :-( Zum zweiten sind meine Gäste wesentlich entspannter und zufriedener.

Also wie schon gesagt, nicht die Größe ist relevant sonden zu 95% die Qualität der Einweisung.

Beste Grüße
Norman
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Lieber Bootsfreund,
wenn Sie mir noch erlauben, dann möchte ich noch ergänzen. Man sollte sich schon vor der Einweisung zu Hause mit maritimer Literatur ordentlich vorbereiten, die Einweisung ist dann noch die Praxis.
Gruß und Handbreit
Ich kaufe alle meine maritimen Bücher und Karten bei HanseNautic.de
Besonders die Kapitäns Handbücher sind sehr brauchbar
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