Error. Page cannot be displayed. Please contact your service provider for more details. (25)

22.10.2012

Bootsferien auf der Peene

Fahrt auf der Peene, 01.10. – 08.10.2012
Yachtcharter Schulz, Pedro Skiron Typ 3

Buchung wie gewohnt problemlos bei „Ferien auf dem Wasser“. Wunderschönes Revier.

Kurzentschlossen geht es Anfang Oktober nach Nordosten ins Peenetal, dem „Amazonas des Nordens“. Die freundliche Beratung und schnelle Buchung bei „Ferien auf dem Wasser“ läuft perfekt: Verlässliche Informationen zum Revier gibt es obendrein. Für die Peene ist bis Anklam der Sportbootführerschein Binnen vorgeschrieben, ab Anklam bis zur Mündung ins Achterwasser, dem Peenestrom und die Ostsee benötigt man den SBF See.

Zur Übernahme des Bootes „Sandrina“  (Typ Pedro Skiron 3) in Neukalen erwartet uns pünktlich ein Mitarbeiter von Yachtcharter Schulz. Die Übernahme und Einweisung geschieht innerhalb von 45 Minuten, alle unsere Fragen können beantwortet werden. Vom Parkplatz des Autos sind es nur wenige Schritte und wir räumen ein. Der erste Eindruck, das Boot sei nicht nur von außen groß (dazu später mehr), bestätigt sich. Zwei vollwertige Schlafräume für jeweils 2 Personen, eine nicht zu kleine Pantry und ein großer zentraler Wohn- und Essbereich lassen Komfort vermuten, da wir nur zu zweit mit unserem Hund auf Reise gehen.

Wir bleiben für heute Nacht in Neukalen, da es schon spätnachmittags ist, die Anreise lang war und wir uns Neukalen anschauen wollen. Unser kleiner Hafen ist hübsch, die Gässchen im Ort gemütlich, die gotische Backsteinkirche beeindruckend groß, und die Pizza vom Türken in der Ortsmitte lecker.

Wir gehen zufrieden ins Bett und freuen uns auf den Start der Reise am nächsten Tag. Dieser beginnt früh mit einem traumhaften Sonnenaufgang und den lauten Rufen der Kraniche, die über uns hinweg ziehen. Wir fahren motiviert die Peene hinaus auf den Kummerower See. Das milde Wetter freut uns, das Boot läuft prima und wir fahren ein paar Mal „Boje über Bord“ mitten auf dem See. Dank Steuerstand auf dem Oberdeck  macht es richtig Spaß. Später legen wir an der „Aalbude“ am Übergang vom See in die Peene an und finden das Essen auf der Terrasse sehr lecker.

Das Naturschutzgebiet hinter der „Aalbude“ mit Aussichtsturm zur Vogelbeobachtung ist den 15-minütigen Fußmarsch allemal wert. “Amazonas des Nordens“ – uns wird klar, warum! Der Tag endet auf einem Gastliegeplatz im Hafen des Segelvereins Demmin. Wir werden freundlich empfangen und alle sind sehr hilfsbereit.

Der nächste Tag beginnt mit Sonnenschein. Wir starten unseren Fahrtag mit Warten an der Drehbrücke von Demmin, da die Uhr des Brückenwärters wohl ziemlich nachgeht. Was soll’s – wir sind durch und die überwältigende Landschaft des Peenetals zieht  uns in ihren Bann! Schilfgürtel, Röhricht, Wiesen und kleine Wäldchen bis ganz ans Wasser, unterbrochen von Stichkanälen zum ehemaligen Torfabbau. Grandios! Ein paar Angler am Ufer und in kleinen Booten bremsen uns nicht wirklich, wir wollen ja reisen und sehen, nicht rasen. An dieser Stelle sei bemerkt: Die Höchstgeschwindigkeit auf der Peene beträgt 12 km/h; wer sieht, wie die Heckwelle ins Schilf schlägt, fährt schon freiwillig viel langsamer! Schützt die Natur!

Wir kommen aus dem Staunen über die wunderschöne Landschaft kaum heraus und zücken an jeder neuen Flussbiegung wieder den Fotoapparat. Wir sehen sogar Seeadler! So passieren wir bald das zweite Hindernis des Tages, die Drehbrücke in Loitz. Die Öffnungszeit passt dieses Mal. Angelegt wird abends im Hafen von Stolpe, nachdem wir unseren ursprünglichen Plan, in Jarmen zu bleiben, wegen Unattraktivität der Mole aufgegeben haben. Stolpe ist tausendmal schöner und einen Besuch wert! Allerdings wird uns auch bewusst, dass wir mit dem Pedro-Schiff von 10,60m Länge und 3,50m Breite nicht nur das bisher größte Boot auf der Peene sind, sondern dass auch die Anleger nicht unbedingt für solche Pötte geschaffen wurden. Es klappt zwar alles, die „Sandrina“ ist ja übersichtlich und wendig, aber es geht eng her.

Das Abendessen im „Stolper Fährkrug“ ist grandios. Wir erfahren, dass das Restaurant ein Ableger des nahe gelegenen  Hotels „Stolper Gutshof“ ist, dort hat man einen Michelin-Stern in der Küche hängen!
So lässt sich dann auch der nächste Tag wunderbar in Stolpe verbringen, denn es regnet inzwischen wie aus Kübeln. Wir bleiben einfach liegen und schreiben Postkarten.

Weiter geht es bei bedecktem Himmel mit häufigem Nieselregen nach Anklam. Wir erkunden die verschiedenen Anlegemöglichkeiten und entscheiden uns für den Wasserwanderrastplatz am Westende der Stadt. Wir machen das Boot sturmfest, denn es ist Windstärke 8 mit Böen bis 11 vorhergesagt. Bevor der Sturm losbricht, kaufen wir in Anklam ein und schauen uns ein wenig um. Zurück am Steg, zerrt der Sturm schon heftig am Boot. Die „Sandrina“  liegt erstaunlicherweise sehr ruhig in den Tauen, obwohl der Wind nun fast von querab kommt. Die befürchtete unruhige Nacht verläuft somit gut. Was sind wir froh über die kinderleicht zu bedienende und zuverlässige Heizung!

Der Sturm zieht am nächsten Morgen ab, der Himmel ist grau und blau im Wechsel – wir treten die Rückfahrt an. Nächster Stopp zwischendurch: Anleger Sophienhof. Im Dorfladen versorgen wir uns mit guten Bio-Produkten und leckerem selbst gepressten Apfelsaft. Gut, dass es so nah am Wasser Einkaufsmöglichkeiten gibt. Im Sommer hätten wir im Garten Kuchen und Eis bekommen! Jetzt geht es weiter zur neuen Marina in Loitz am alten Bahnhof. Diese liegt nahe an der Drehbrücke und ist schön gebaut. Wir fühlen uns wohl. Das Restaurant im “Alten Bahnhof“ ist gut und empfehlenswert.

Wir bleiben über Nacht. Am nächsten Morgen passieren wir die Drehbrücke und genießen das sonnige Wetter. Auch wenn wir diesen Abschnitt schon einmal flussabwärts fuhren  wird es nie langweilig. Im Gegenteil: Man freut sich nochmals über bekanntes Schönes und entdeckt gleichzeitig Neues. Im kleinen Konvoi mit einer anderen Schulz-Yacht und einem Segler geht es mit 9 km/h Richtung Demmin, um genau zur Brückenöffnung anzukommen. Diesmal klappt es wie am Schnürchen und es geht in den engen und kurvenreichen Teil der Peene. Wunderschön!

An der „Aalbude“ legen wir nochmals für Kaffee und Kuchen an. Was für ein Leben! Auf dem letzten Teilstück über den Kummerower See lassen wir uns vom böigen Starkwind durchblasen und schaukeln in den abgehackten Wellen. Wir suchen die Tonnen zur engen Einfahrt Richtung Neukalen und orientieren uns dabei am Mast eines vorausfahrenden Seglers. Uns wird wieder bewusst, wie schmal und untief dieser Abschnitt ist, besonders mit unserem großen Schiff bei kräftigem Seitenwind. Es ist große Aufmerksamkeit gefragt, genauso wie beim Anlegen im Hafen, der schon voller Schulz-Yachten ist. Wir beenden unsere Reise, nicht ohne vorher das Deck geschrubbt zu haben. Als Belohnung gehen wir noch in das gegenüberliegende Restaurant „Am Hafen“ und lassen uns einen Fisch schmecken.

Auschecken: Wiederum sehr pünktlich ist der Mitarbeiter von Yachtcharter Schulz am Morgen zur Stelle. Er begutachtet das Boot und kontrolliert die Ausrüstung. Er nimmt unsere Kritikpunkte am Boot auf und will sich darum kümmern. Keine Schrammen und alles vollzählig – also nur noch 75 Liter Diesel mit der Kaution verrechnet, ein freundlicher Abschied und bald sind wir wieder unterwegs im Auto auf dem Weg nach Süddeutschland. Wir haben Land und Leute schätzen gelernt.

Fazit:

Revier:
Genial schön.
Sich Zeit lassen und staunen.
Keine Schleusen.
Entspannung pur.

Leute:
Hilfsbereit und kommunikativ.
Besonders die Hafenmeister sind sehr nett!

Bootstechnik:
Die technische Ausrüstung ist exzellent und vorbildlich:
Sehr zuverlässige und ruhige Maschine.
Genügend Fender in Zahl und Form.
Tauwerk in Ordnung, lediglich zwei Fenderleinen zu kurz.
Stromkabel und Wasserschlauch lang genug. Wichtig!
Bugstrahlruder hilfreich.
Heizung sehr gut.
Pantry einfach, aber groß genug und selbsterklärend.

Kategorien