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26.05.2008

Bootsurlaub Südfrankreich Camargue

Traditional 1135 DAuswertung einer Reise

von 4 Personen mit einem Hausboot “Connoisseur 1135 D “, auf dem Canal du Rhone a Sete vom 11. bis 18. Mai 2008 mit Start und Ziel von der Basis Beaucaire bis in den Etang de Thau, über die einfache Entfernung von ca. 100 km mit einer Schleuse

Dies alles geschehen bei hervorragendem Wetter, noch nicht zu warm so ca. 20 – 25 C°, mit einem fast täglichen kleinen Schauer- bzw. Nieselregen und immer wieder Sonne. Für Liebhaber der Natur u. des Bootfahrens ist eine derartige Reise eine ausgezeichnete Möglichkeit, beides gemeinsam zu genießen. Dieser Bericht ist eine Zusammenfassung der Reise u. enthält hauptsächlich Hinweise u. Empfehlungen, die besonders für Erstfahrer hilfreich sein können. Alle erwähnten Diskrepanzen können keinesfalls den Urlaubserfolg schmälern. Mit ihnen fertig zu werden, stellen kleine Herausforderungen dar, die den Urlaub sogar bereichern können.

Bestandsaufnahme
Nach Übernahme des Bootes erweist es sich als günstig, vorerst bis zum nächsten Tag in der Basis oder deren unmittelbarer Nähe zu verbleiben. Bereits nach wenigen Stunden der Nutzung fällt bereits auf, was noch fehlt u. kann so relativ mühelos ergänzt werden, entweder durch Bereitstellung von der Basis oder durch einen Einkauf. Seine Lieblingswerkzeuge aus der Küche sollte man tunlichst mitbringen vorausgesetzt, es soll dies u. jenes zum Essen zubereitet werden. Das Einkaufen unterwegs hat so seine Tücken:
Die Häfen befinden sich meist in der Ortsmitte u. die Supermärkte bekanntlicherweise auf der grünen Wiese vor den Ortschaften. Abgesehen von den höheren Preisen machen die meisten Geschäfte im Ort eine Mittagspause von 12 bis 16 Uhr. Die Empfehlungen zur Belegung der Boote sind wichtig. Das Boot sollte nicht zu klein ausgewählt werden; es geht sonst sehr eng zu. Die Nachfrage nach den Maßen der Liegeflächen ist legitim.

Nichts ist beständiger als die Änderung!
Die Unterlagen, die man vor Reiseantritt erhält u. zusätzlich noch anfordern kann, enthalten bereits unterschiedliche Angaben u. sind normal auch nicht 100 %-ig vollständig.
Was wir nicht hatten war ein Plan bzw. eine Skizze von Beaucaire mit Eintragung der Connoisseur-Basis; aber der Gedanke an einen kleinen Ort mit einem kleinen Hafen war falsch; das Suchen dauerte. Im Gegensatz zur Ausgabe “Kanalführer” von Editions du Breil, 2.Quartal 2007 werden die Kilometeranzeiger übrigens nicht mehr mit PK sondern mit PR bezeichnet. Von Beaucaire kommend ist PK 29 noch identisch mit PR 29; danach beginnt es wieder mit PR 1 und fortlaufend mit leicht veränderten Standorten gegenüber den Karteneintragungen. Selbst die neuesten Insidertipps von der Basis können schon wieder überholt sein. Hat das Boot nun einen Wassertank für 600 Liter, wie im Prospekt vermerkt, oder passen sogar 1000 Liter hinein, wie an der Basis mitgeteilt? Eine Mengenanzeige gibt es nicht; somit wird Wasser nachgefüllt, wo sich eine Gelegenheit bietet. Das bedeutet eventuelle zusätzliche Anlege u. Ablegemanöver, also mehr Übungen, u. kann obendrein auch noch interessant sein. Bereits in der Vorsaison sind nämlich diese Anlegestellen sehr begehrt u. somit belegt. Hier liegen meist größere Boote, die einen Daueranschluß für Strom und Wasser haben. Hilfreich sind die Besatzungen allemal; ein paar Euro sind das sicherlich auch wert; nur wenn man einen Schlauch entfernt…


Sehen, Hören u. Verstehen
Ein Fernglas ist unabdingbar:
- zum vorzeitigen Erkennen von Schifffahrtszeichen, Hinweistafeln u. deren Ergänzungstexte;
- zum Befahren des Etang de Thau (eigentlich gar nicht anders möglich!)
Dazu gehört ebenso ein Wörterbuch, um die zuvor erwähnten Zusatztexte verstehen zu können.
(Siehe hierzu einige Beispiele hier)

Während der Fahrt im Kanal mit einem Boot geringer Aufbauhöhe, wie z. B. dem unsrigen, empfiehlt es sich, hin u. wieder einmal im Stehen auf dem Vordeck über den “Tellerrand” zu schauen, um so manches zu entdecken an Landschaft, Gebäuden u. Tieren, an denen man sonst unbemerkt vorübergeglitten wäre. Die Selbstbedienung der Schleuse ist unproblematisch. Durch den fehlenden Schleusenwärter fehlt auch die Mittagspause für das Schleusen. Zeit u. Bedingungen lassen es zu, dass jedes Besatzungsmitglied mit dem entsprechenden Alter ausgiebig einmal selbst das Steuer in die Hand nimmt u. sich etwas mit dem Bootsfahren befaßt. Es kann sehr schnell zu einer Situation kommen, in der es sich als sehr hilfreich erweist, dass sich letztlich Alle auskennen.
Uns ging es so, als wir von der anderen Seite des Kanals zurückwollten u. die Pontonbrücke geöffnet war. Die letzte Schließung war pünktlich 19 Uhr; diese Zeit war vorüber; wir hatten einfach das Schild nicht ordentlich gelesen.
Durch einen Zufall war die Hälfte der Besatzung an Bord geblieben u. konnte nun Fähre “spielen”. Die Alternative durch den Kanal zu schwimmen ist uns so erspart geblieben.
Durch die möglichen, unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten für “Wirtschaft” (6 km/h) u. “Vergnügen” (10 km/h) kommt man durchaus einmal in die Lage, einen Lastkahn überholen zu wollen. Dies ist unter Verwendung der vorgegebenen Schallsignale mit äußerster Vorsicht in Angriff zu nehmen. Die Verständigung mit dem anderen Bootsführer ist erforderlich, da die automatische Steuerung eingeschaltet sein kann. Die Wasserverdrängung bzw. Sogwirkung des vorausfahrenden wesentlich größeren Bootes lässt den Untergrund des Kanalrandbereiches sichtbar werden. Mit dieser Sichtweise fällt die Entscheidung überholen oder nicht überholen leichter. In unserem Fall kam auch noch ein Boot entgegen, das wir bedingt durch die große Zeitdauer vorher nicht sehen konnten (ähnlich erging es den anderen natürlich auch); es war jedenfalls knapp. Eine Übernachtung mitten in der Natur, also am Kanalufer mittels zweier Erdnägel zum Festmachen, ist ein Höhepunkt solch einer Fahrt. Man schläft inmitten natürlicher Geräusche ein u. wird auch durch diese wieder geweckt, wenn die Vögel mit ihren Liedern beginnen u. die Wellen eines vorbeifahrenden Frühaufsteher-Bootes daran erinnern, dass man gegenwärtig selbst auf einem Boot zuhause ist.


Zeitplanung

Beim Befahren des Etang de Thau kann es vorkommen, dass man den schützenden Hafen, bedingt durch eine veränderte Windstärke > 3 Beaufort (in der engl. u. franz. Übersetzung > 4), nicht mehr verlassen darf u. so zu erheblichen Zeitproblemen kommen kann.
Wir wurden freundlicherweise von der Capitainerie darauf hingewiesen, den Hafen von Meze noch vor dem Mittag zu verlassen.


Sauberkeit

Leider besitzen die Boote in Frankreich (noch) keinen Abwassertank!
Für den Etang de Thau wird wegen der dortigen Austernzucht sogar mehrsprachig um Sauberkeit gebeten, d. h., möglichst Nichtbenutzung von Bootstoilette und Dusche.
Öffentliche Toiletten haben wir in Meze nicht gesehen; selbst kleinere Lokalitäten haben keine. Die im Hafen kann man nur benutzen, wenn man den entsprechenden Code kennt. Diesen wiederum erhält man in der Capitainerie, wenn man die Liegegebühren für die Übernachtung entrichtet. Mit gleichem Code hat man auch Zugang zu den Duschen.

(Hans Jürgen Suß und Crew)

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