Eine Väter-Mini-Woche mit Kindern im Elsass

- vetus 1000 ab Languimberg (zur Zeit wird das Boot ab Lagarde angeboten)

Termin: 5.6.-9.6.2006

Als alte Hochseesegler wollten ein Freund von mir und ich mit unseren kleinen Kindern (4, 2 * 6 und 9 Jahre) testen, wie diese mit Schiffen und dem "Unterwegs-sein" zurechtkommen. Das Problem für die Kleinen ist es ja, dass sie nicht so lange auf Schiffen eingepfercht sein können und viel Bewegung brauchen. Meinem Freund und mir schien mir daher die Alternative, dies mit einer Flussfahrt zu testen, vorteilhaft. Auf dem Meer kann man nicht so einfach mal anlegen, wenn der nächste Hafen noch viele Seemeilen entfernt. Aber auf dem Kanal kann man jederzeit an der Seite anlegen, damit die Kinder springen, etwas erkunden und rumtoben können. Und die Möglichkeit einer Mini-Woche macht es möglich, mit überschaubarem finanziellen Einsatz die Verträglichkeit von Kindern mit Schiffen zu testen.


Wir haben unsere Fahrt in Laguimberg gestartet. Nach der Schiffsübernahme sind wir am selben Nachmittag noch bis Niderviller gefahren, einem Hafen, wo wirklich nicht viel los ist. Man kann aber morgen Croissants und Baguette kaufen. Den nächsten Tag sind wir bis Lutzelbourg gefahren, durch die Tunnel, das Schiffshebenwerk und ein paar kleinere Schleusen. Für die Kinder ist das ein großes Abenteuer, mit Lichtern durch den Tunnel und den Ampeln. In Lutzelbourg sind wir mit den Kindern auf die Burg gestiegen, die allerdings nur noch eine Ruine ist, die zu dem Zeitpunkt renoviert wurde. Am nächsten Tag haben wir schon den Rückweg angetreten, weil es am Schiffshebewerk etwas unkalkulierbar ist, wie lange man warten muss. Die Berufsschifffahrt hat Vorfahrt, und es können mehrere Boote vor einem dran sein, daher wollten wir kein Risiko eingehen. Wir haben die nächste Nacht in Xouaxange übernachtet, eine wunderbare Anlegestelle, mit Boule-Platz, Feuerstelle, Sitzecken, auf denen man schön den Abend verbringen kann. Den letzten Tag haben wir uns noch die große Schleuse in der entgegengesetzten Richtung angesehen, bevor wir dann wieder in den Heimathafen Laguimberg gefahren sind.

Insgesamt sind Kanalfahrten mit Kindern sehr nett, da sie für Kinder abwechslungsreicher sind als die reine Seglerei. Wenn die Kinder älter sind, dann kann man auch mit ihnen längere Schläge auf See machen. Die Vercharterung in Laguimberg ist sehr nett und familiär und kann von uns uneingeschränkt empfohlen werden.

Tipps:
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- Von Anfang an ausreichend bunkern. Die Einkaufsmöglichkeiten auf der von uns besuchten Strecke waren sehr eingeschränkt.
- Der auf den Karten ausgewiesene Einkaufsladen in Hesse existiert nicht mehr.
- Fahrräder mitnehmen! Damit kann man Ziele, die etwas vom Kanal wegliegen, einfacher erreichen. Nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch Einkaufsmöglichkeiten.
- Vorher bei der Vercharterung nachfragen, ab wann man das Schiff wirklich haben kann. Wir hätten das Schiff auch etwas früher haben können.
- Beim Schiffshebewerk ist eine kleines Museum, das ganz nett aus der Zeit der Flussschiffer und über den Bau des Schiffshebewerk berichtet.
- Beim Schiffshebewerk gibt es kleine Bimmelbahn, mit der Kinder am Kanal entlang bis zu den Tunnels fahren können.
- Das Übernachten in Häfen hat den Vorteil, dass die Kindern dort leicht Freunde auf anderen Schiffen finden und spielen können.
- Kanalfahrten haben den Vorteil, dass man jederzeit anlegen kann und dann seine Ruhe haben kann. Ab der Dämmerung ist kein Schiffsverkehr mehr erlaubt. Wenn man die Einsamkeit sucht, dann hat man sie an einer entsprechenden Anlegestelle auch.

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