Heiko Noe, Natalie Wagener und ihre beiden Bernersennenhunden auf dem Canal du Midi

19.3.2005 bis 9.4.2005

   

Endlich! sollte unser Wunsch aus 2003 in Erfüllung gehen - 3 Wochen Hausbootfahren auf dem Canal du Midi.- eine sehr reizvolle Vorstellung. Durch Fachliteratur über die Kanäle Frankreichs, Canal du Midi - mit dem Hausboot durch Südfrankreich, Bootsferien in Frankreich, Charterwissen für Hausbootfahre reichlich belesen und mit Wasserkarten wie Guide Vagnon, L'Edition du Breil, Binnengewässer Frankreichs bewaffnet ging des dann ab dem 19.03.2005 mit der Espade Concept Fly los Richtung Carcassonne. Nett und hilfsbereit waren die deutschen Kollegen von Nautic, da schwätzt man schon mal über vergangene Hausboottörns und Erfahrungswerte. Unser besonderer Dank gilt aber der Agentur Ferien auf dem Wasser und Frau Bornhoffer, die sich sehr dafür eingesetzt hat, dass wir unsere Bootsreise trotz widrigen privaten Umständen doch noch - wenn auch verzögert - antreten konnten.

Mit dabei als Bootscrew: unsere fast 10 Jahre alte Bernersennenhündin Mandy, souverän im Hausbootfahren, wassertauglich und schwimmfest und unser Neuzugang Richard, ein knapp 2 jähriger pubertierender Bernersennenjunge, und Boots"junge" Natalie. Kurzfassung: bis auf den Kapitän + Smutje Heiko hatten wir mehr oder weniger freiwilligen Wasserkontakt…  

 

Die Vorsaison am Canal du Midi hat ihren speziellen Reiz, alle Basen - und davon gibt es richtig viele!!! - rüsten für den Saisonansturm, es wird überall lackiert, renoviert und repariert. Alles ist noch ruhig und beschaulich, die Schleusenwärter kommen gern zum schwatzen zum Boot und erkundigen sich nach dem Befinden. Nicht ohne Stolz hörten wir oft den Ausspruch - ils sont beau le chiens - schöne Hunde.



Mandy bei Sonnenaufgang auf dem Hausboot


Richard bei Sonnenaufgang auf dem Hausboot



Berücksichtigen muss man im Frühjahr aber auch, dass die Vorsaison teilweise auch für die Restaurants/Einkaufsmöglichkeiten gilt und nicht alles geöffnet hat, manche kleinere Dörfer in Kanalnähe sind fast wie ausgestorben, die grösseren meist per längerem Fussmarsch erreichbar. Aber: Wasserflaschen, Gemüse, frische Pâté und weitere Einkäufe per Rucksack zum Boot zu tragen ist nicht jedermanns Lieblingsbeschäftigung. Hier ist es sehr vorteilhaft, nach dem Auto ausladen und Boot beladen noch mal die grösseren Einkaufsketten zu frequentieren und sich reichlich zu bevorraten.

Das Wetter war absolut wechselhaft, 5 - 20 ° und wir waren sehr dankbar für die Trumatic -Heizung an Bord. Nach 3 Regentagen in Folge mit 2 langhaarigen "nassen" Hunden unterwegs wird langsam alles klamm. Mit unserem eingepacktem Bootsequipment und Hundezubehör hat die Concept Fly uns gute Dienste geleistet, wir hatten genug Platz und Lagermöglichkeiten auch für die Vorräte und Reiseproviant, Kühltasche, Luxusartikel wie z. b. Hängematte für unterwegs, Musikanlage, Laptop. Durch 2 Steuerstände ist das Boot gut zu handeln, "drinnen" gibt es etwas Probleme mit dem toten Winkel und wir haben einen Rückspiegel vermisst. In Anbetracht der Menge an Booten, die wir am Canal du Midi gesehen haben waren wir sehr erfreut, bereits im März - April unterwegs zu sein, es gab keinen Stau vor den Schleusen und wenig Verkehr. Bei den teilweise mehrstufigen Schleusen/Schleusentreppen sind Bootsneulinge stark gefordert. Obacht, wenn der Wind so richtig weht und das Boot nicht immer in die gewünschte Richtung drückt. Wir haben dann auch verstanden, warum die Charterfirmen einen Selbstbehalt beim Bootsverleih verlangen und konnten unterwegs einige Fender einsammeln. Weiterer Tipp am Rande: Segelhandschuhe einpacken, dann leiden die Finger + Hände beim Tauwerk ziehen nicht so sehr.

Sehr schön waren die Treidelpfade mit den riesigen Platanen und Nadelgehölzen neben dem Canal, Gassi-tauglich für die Hunde, wunderschöne Weinberge, alles angenehm zum spazieren gehen.



Richard und im Hintergrund die Platanen am Canal du Midi



Wir haben traumhafte Anlegeplätze in der freien Natur gefunden und kaum an den teilweise recht teuren Häfen übernachtet. Sofern geöffnet haben wir die Basen zum Duschen und Wasser bunkern genutzt. Sehr freundlich waren die Locaboat Base in Argens en Minervois und die Nicols Base in Bram, Connoisseur in Trèbes. Zum Schwimmen taugt der Canal nicht, dafür haben wir am Herault ein paar sehr schöne, einsame Ecken gefunden und auch das Mittelmeer bei Vias -Plage getestet - im April war es bereits angenehm temperiert zum Plantschen.



Sperrtore in Südfrankreich


Trèbes ist ein richtig nettes kleines Dorf, besonders der Muscateur aus dem Weinkeller neben der Anlegestelle und der nette kleine Gemüseladen mit riesigen frischen Frühlingszwiebeln ist empfehlenswert, ebenso La Redorte mit phantastischer Boucherie und Boulangerie/Pâtisserie. Carcassonne ist mit seinen altertümlichen Gebäuden eindrucksvoll wie auch Beziers und seine Schleusentreppe.

Auch unterwegs gab es immer wieder ahh's und ohh's wenn wir schönen umgebauten Frachtkähnen begegnet sind, alte Häuschen und Anwesen gesehen haben und an den Schleusen vorbeikamen - auf der anderen Seite gibt es aber auch viele "Aussteiger" auf dem Wasser.
Die Schleuse Fonfile beherrbergte es einen verwaisten "Baby-Biber", der Schleusenwärter von L'Aiguille erstellt verschiedenste Sculpturen



L`Aiguille



und in der Nähe der Doppelschleuse Pechlaurier gibt es einen steilen Fussweg zum Panorama-Ausblick über den Kanal, der Aufstieg ist etwas mühsam, der Blick lohnt sich aber allemal.

Je weiter wir auf Bergfahrt waren, desto mehr bekam der Canal du Midi einen Alleencharakter - nur die Platanen waren leider bis zu unserer Abfahrt in Verzug und wollten trotz aller Knospen noch nicht grün werden…

Danke an Ferien auf dem Wasser, wir freuen uns auf den nächsten Törn!
Heiko Noe, Natalie Wagener und Berner Sennenhunde Mandy und Richard


 

Entspannung bei "Ferien auf dem Wasser"




   
 
 
 
 
   
   
   
   
 
 
 

 








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