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Als alte Hochseesegler wollten ein Freund von mir und ich mit
unseren kleinen Kindern (4, 2 * 6 und 9 Jahre) testen, wie diese
mit Schiffen und dem "Unterwegs-sein" zurechtkommen.
Das Problem für die Kleinen ist es ja, dass sie nicht so
lange auf Schiffen eingepfercht sein können und viel Bewegung
brauchen. Meinem Freund und mir schien mir daher die Alternative,
dies mit einer Flussfahrt zu testen, vorteilhaft. Auf dem Meer
kann man nicht so einfach mal anlegen, wenn der nächste
Hafen noch viele Seemeilen entfernt. Aber auf dem Kanal kann
man jederzeit an der Seite anlegen, damit die Kinder springen,
etwas erkunden und rumtoben können. Und die Möglichkeit
einer Mini-Woche macht es möglich, mit überschaubarem
finanziellen Einsatz die Verträglichkeit von Kindern mit
Schiffen zu testen.
Wir haben unsere Fahrt in Laguimberg gestartet. Nach der Schiffsübernahme
sind wir am selben Nachmittag noch bis Niderviller gefahren,
einem Hafen, wo wirklich nicht viel los ist. Man kann aber morgen
Croissants und Baguette kaufen. Den nächsten Tag sind wir
bis Lutzelbourg gefahren, durch die Tunnel, das Schiffshebenwerk
und ein paar kleinere Schleusen. Für die Kinder ist das
ein großes Abenteuer, mit Lichtern durch den Tunnel und
den Ampeln. In Lutzelbourg sind wir mit den Kindern auf die
Burg gestiegen, die allerdings nur noch eine Ruine ist, die
zu dem Zeitpunkt renoviert wurde. Am nächsten Tag haben
wir schon den Rückweg angetreten, weil es am Schiffshebewerk
etwas unkalkulierbar ist, wie lange man warten muss. Die Berufsschifffahrt
hat Vorfahrt, und es können mehrere Boote vor einem dran
sein, daher wollten wir kein Risiko eingehen. Wir haben die
nächste Nacht in Xouaxange übernachtet, eine wunderbare
Anlegestelle, mit Boule-Platz, Feuerstelle, Sitzecken, auf denen
man schön den Abend verbringen kann. Den letzten Tag haben
wir uns noch die große Schleuse in der entgegengesetzten
Richtung angesehen, bevor wir dann wieder in den Heimathafen
Laguimberg gefahren sind.
Insgesamt sind Kanalfahrten mit Kindern sehr nett, da sie für
Kinder abwechslungsreicher sind als die reine Seglerei. Wenn
die Kinder älter sind, dann kann man auch mit ihnen längere
Schläge auf See machen. Die Vercharterung in Laguimberg
ist sehr nett und familiär und kann von uns uneingeschränkt
empfohlen werden.
Tipps:
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- Von Anfang an ausreichend bunkern. Die Einkaufsmöglichkeiten
auf der von uns besuchten Strecke waren sehr eingeschränkt.
- Der auf den Karten ausgewiesene Einkaufsladen in Hesse existiert
nicht mehr.
- Fahrräder mitnehmen! Damit kann man Ziele, die etwas
vom Kanal wegliegen, einfacher erreichen. Nicht nur Sehenswürdigkeiten,
sondern auch Einkaufsmöglichkeiten.
- Vorher bei der Vercharterung nachfragen, ab wann man das Schiff
wirklich haben kann. Wir hätten das Schiff auch etwas früher
haben können.
- Beim Schiffshebewerk ist eine kleines Museum, das ganz nett
aus der Zeit der Flussschiffer und über den Bau des Schiffshebewerk
berichtet.
- Beim Schiffshebewerk gibt es kleine Bimmelbahn, mit der Kinder
am Kanal entlang bis zu den Tunnels fahren können.
- Das Übernachten in Häfen hat den Vorteil, dass die
Kindern dort leicht Freunde auf anderen Schiffen finden und
spielen können.
- Kanalfahrten haben den Vorteil, dass man jederzeit anlegen
kann und dann seine Ruhe haben kann. Ab der Dämmerung ist
kein Schiffsverkehr mehr erlaubt. Wenn man die Einsamkeit sucht,
dann hat man sie an einer entsprechenden Anlegestelle auch.
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