Wochenende von Lagarde in Richtung Nancy mit zwei Hausbooten des Typs Eau Claire
- Bericht von Marina Hailer-Martin

   

Am 3.10.03 kamen wir gegen 13 Uhr in Lagarde an. Leider hatte die Rezeption von
Rive de France gerade Mittagspause (12.30 – 14 Uhr). Wir waren aber selbst schuld
weil wir dem Angebot des Super U unterwegs nicht widerstehen konnten und uns doch
etwas zu lange dort aufhielten. Es war nicht weiter tragisch denn der Magen knurrte
sowieso. Ein französisches Vesper mit Käse und Baguette konnte dem abhelfen und die
Zeit war gut genutzt. Die nette Dame an der Rezeption sprach sehr gut deutsch.
So waren die Formalitäten schnell erledigt. Wir wurden darauf hingewiesen in Richtung
Nancy zu fahren und nicht wie geplant Richtung Lutzelbourg weil eine Schleuse defekt war.
Die Reparatur würde noch 3 Tage dauern.

   

Dann konnten wir unsere 2 Boote (Eau Claire 1130 und Eau Claire 930) in Beschlag nehmen. Es sind typische Hausboote und keine die aussehen wie eine Yacht. Kurz darauf kamen die Techniker und wiesen uns ein. Ein Mix aus deutsch und französisch. Es war sehr beruhigend dass sie die 1. Schleuse mit uns fuhren. Dann waren sie weg und wir bekamen den ersten von einigen Adrenalinstößen. Die ersten Meter mal rechts, dann mal links nah am Ufer entlang, dann klappte es einigermaßen mit dem Geradeauslauf. Nach ein paar Minuten die Premierenschleuse. Aufgeregt, mit Enterhaken bewaffnet, zirkelten wir hinein. Rechts und links anstoßend auch wieder hinaus. Ein Dank den Fendern und Gummis um das Boot herum. Weiter ging die Fahrt durch liebliche Landschaften.



   
 

Bald kamen unsere beiden Kapitäne Peter und Hans mit den Booten ganz gut zurecht. Aber
das Genießen und Ausruhen währte nicht lange. Die nächste Schleuse war in Sicht. Wir
kamen entgegen unseren Erwartungen gut hinein. Das 2. Boot war knapp hinter uns und
bot uns eine herrliche Aussicht. 4 Helferlein standen an Deck, 2 mit Haken und 2 trickreich
mit Schrubbern hantierend zum eventuellen Abstoßen. Es war ein Bild für die Götter und
unsere Lachmuskeln wurden stark strapaziert. Die Vermutung, dass schwäbische Hausfrauen
jetzt schon die Schleusenwände schrubben, lag nahe. Aber alles ging gut. Das Wetter war so
schön, dass Judith und ich noch eine Weile auf dem Dach liegen und uns sonnen konnten.
Gegen 18.30 landeten wir an einer schönen Stelle kurz vor Enville an.

 


 

 
Nach leckerem Spaghettiessen und gutem Wein zu neunt eng beieinander auf dem großen Boot waren wir bald rechtschaffen müde und lagen um 23 Uhr im Bett. Nachts regnete es stundenlang, aber jemand hat wohl mit Petrus einen Pakt geschlossen, denn morgens war alles wieder gut.
 
   

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es um 9.30 Uhr wieder los. Das An- und Ablegen war gar nicht so einfach. Wir lernten beim Ablegen dass es wichtig ist sich möglichst weit mit den Haken vom Ufer abzustoßen, sonst hängt man mit dem Vorder- oder Hinterteil gleich wieder am Rand, beim Anlegen, dass gleich am Ufer jemand mit dem Seil in der Hand rausspringt und das Boot festhält ,am Besten einer vorn und einer hinten. Dann schlägt man die 2 Pflöcke ein und kann festbinden. Wendemanöver gar sind mit am Schwierigsten.

Da kann ich keine Tipps abgeben.

 
   
 

 

 
 

Ich bin auch ab und zu gefahren, aber bei den Schleusen habe ich gekniffen.

Eine neue Erfahrung war auch der Toiletten und Duschgang beim Fahren. Die Landschaft
und Dörfer ziehen vorbei, auch der Angler am Ufer freut sich wenn er ins Fenster schaut
und sich 2 Augenpaare plötzlich treffen …..

In St. Nicolas de Port konnten wir gut Pause machen und ins Städtchen gehen. Es gibt
dort eine wunderschöne Basilika die man sich wirklich ansehen sollte. Noch einen Cafe „ole“
getrunken, dann mussten wir die Rückfahrt antreten. Der Zeitpunkt war gut weil man
landschaftlich schon in den Einzugsbereich von Nancy kam und Industrieanlagen den Weg
säumten. Nach 2 Schleusen die defekt waren und wir den Schleusenwärter anrufen mussten,
was natürlich Zeit kostet waren wir um 18.30 Uhr wieder an unserem alten Lagerplatz und
richteten uns wieder für die Nacht ein. Man witzelte natürlich über sich selbst und arbeitete
den Tag auf, was die halbe Nacht lang dauerte.

 

     
   
 

Am nächsten Tag fühlten wir uns fast als Profis und parkten perfekt im Hafen von Lagarde
ein. Ich möchte den Veranstaltern ein Lob aussprechen, der Service war gut, das Inventar
vollständig und die Boote in gutem Zustand, was sicher wesentlich zu diesem schönen
Wochenende beigetragen hat.


Marina Hailer-Martin & Crew

 

 

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